Studiengesellschaft für Mittelstandsfragen e.V.
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Tagung 2018

Gruppenbild Studiengesellschaft für Mittelstandsfragen

Mittelstandsklausel bei Gesetzgebung in Europa

Bei der künftigen Gesetzgebung in Europa soll es eine "Mittelstandsklausel" geben. Diese Forderung stellte Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der EVP im Europäischen Parlament, in seiner Festrede zum fünfzigjährigen Jubiläum der Studiengesellschaft für Mittelstandsfragen auf. Danach soll der europäische Gesetzgeber verpflichtet werden, die Folgen neuer Regelungen auf den Mittelstand bereits im Gesetzgebungsverfahren zu berücksichtigen. Denn die mittelständischen Unternehmer seien es wert, besonders beachtet zu werden. Sie stehen für einen hohen Grad an Verantwortung gegenüber dem Kunden ebenso wie für ihre Mitarbeiter. Klar stellte sich Weber in seiner Rede hinter die Forderung, einen Euro-Währungsfonds einzuführen, denn Europa könne sich bei künftigen Währungs-Schwierigkeiten "nicht mehr auf fremde Hilfe verlassen".

Seine Kandidatur als Spitzenkandidat der europäischen Volkspartei und damit zum Präsidenten der Europäischen Kommission bezeichnete Weber als "Zeichen der Demokratisierung". Denn ein gewählter Abgeordneter bewerbe sich damit um diese Spitzenposition in Europa.

Die Studiengesellschaft für Mittelstandsfragen e. V., gegründet vor fünfzig Jahren durch den ehemaligen EU-Kommissar Peter M. Schmidhuber und den damaligen Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Joseph Wild, will Mittelstand und Mittelschicht mit Wissenschaft und Politik zusammenführen. Sie spürt veränderte Rahmenbedingungen frühzeitig auf und setzt Impulse für unternehmerisches, gesellschaftliches und politisches Handeln.  

In seiner Laudatio zur Verleihung des Joseph-Wild-Preises würdigte der Vorsitzender der Studiengesellschaft Erwin Huber den Preisträger Dr. Theo Waigel als besonders verantwortungsbewussten und glaubwürdigen Politiker. Er stellte bei den Verdiensten des ehemaligen Bundesfinanzministers zuerst seinen Einsatz bei der Einführung des Euro heraus, denn damit habe gerade der Mittelstand faire Chancen auf den europäischen Märkten bekommen, die vorher weitgehend Großunternehmen vorbehalten waren. Ebenso würdigte Huber seine Verdienste um die Steuerpolitik. Waigels Eintreten für die Senkung des Einkommensteuertarifs und die Einführung der Ansparabschreibung und die Abschaffung der Gewerbekapitalsteuer seien herausragende Leistungen für Mittelschicht und Mittelstand.

Joseph-Wild-Preis Studiengesellschaft für Mittelstandsfragen